Schon gesehen: Sucker Punch

Gestern war es dann endlich soweit. Wie Mannster bereits berichtet hat, war am Mittwoch, 30.03.2011 großer Männerabend im örtlichen Großraumkino:

Zwei Bier zum Preis von einem und dazu noch SUCKER PUNCH von Zack Snyder!
Mannster mittendrin zwischen Action-Kino, jungen Amazonen und fast 971 Testosteronhengsten im Kino!

 

Worum geht’s: Baby Doll‘s Mom stirbt und macht sie und ihre Schwester zur Alleinerbin ihres Vermögens. Babys Stiefvater ist davon gar nicht begeistert und entschließt sich Baby so richtig weh zu tun. Er will ihre kleine Schwester, das tut Baby am meisten weh. Baby bricht aus ihrem Zimmer aus, holt sich die dicke Knarre aus Stiefpapas Zimmer und will ihn töten bevor er Schlimmes anstellen kann. Leider geht das schief und sie tötet versehentlich ihre geliebte Schwester.
Wie kommt der böse Stiefvater an das Vermögen: Richtig, er weist Baby Doll in eine psychiatrische Anstalt für Mädchen ein und besticht den Anstaltsleiter eine Lobotomie durchzuführen, damit sie sich nachher an nichts mehr erinnert. In fünf Tagen soll es soweit sein. Die Tage vergehen wie im Fluge und Baby Doll findet sich schnell im Stuhl des Doktors wieder … Die Vorgeschichte wird dabei in schnellen Bildern, mit kurzen Dialogen aus dem Off, untermalt mit einem Remix von „Sweet Dreams“ (sogar gesungen von Hauptdarstellerin Emiliy Browning), erzählt.
Im Augenblick der Lobotomie wechselt die Erzählweise in eine andere Vorstellungsebene und geht augenblicklich 5 Tage zurück.
In Baby Doll‘s Vorstellung handelt es sich bei der Anstalt, um ein Bordell und alle weiblichen Insassen sind die Prostituierten. Der Bordellbesitzer ist der Anstaltsleiter und dieser hat nicht mit dem Überlebenswillen von Baby Doll gerechnet. Nach kurzer Zeit wird klar; Baby Doll kann jeden mit ihrer Art verzaubern, so sehr, dass diese alles um sich herum vergessen und nur noch Augen für Baby haben. In diesen, s.g. Tanzszenen im Bordell, wechselt die Erzählweise wieder in eine weitere Ebene aus Babydolls Vorstellungsgabe. Hier kämpft Babydoll gegen riesengroße Samurai-Monster, Drachen, Kampfroboter und Zombie-Soldaten. Fünf Prüfungen müssen bestanden werden, damit Babydoll wieder frei ist. Hilfe bekommt sie von vier anderen Mädchen, die ebenfalls dem Bordell bzw. der Anstalt entkommen wollen.

Das also zur Story ohne zuviel zu verraten. Zack Snyder zeigt uns mit Sucker Punch ein Ideen-Potpourri erster Güte. Man(n) kommt sich vor wie in einem schnellen Musikvideo, dann wieder wie in einem Videogame, eingepackt in eine überdrehte Ausbruchsgeschichte. Halbnackte Mädchen, die einem Bordell entfliehen wollen, habe ich so noch nicht gesehen. Das Ganze kommt in gewaltigen Bildern daher, die reale Story um Baby Doll und ihrer Vorgeschichte ist dabei in dunklen, dreckigen Farbtönen gehalten, die Bordellgeschichte kommt ein wenig bunter daher aber die Action-Sequenzen, in den die fünf Mädels leicht bekleidet durch Zombie-Soldaten schnetzeln, Drachen bekämpfen oder in Zeitlupe Horden von spiegelnden Chrom-Robotern zu Kleinmetall ballern, sind effekt- und farbüberladen. Ein Augenschmaus sondergleichen, mit Zeitlupenaufnahmen gespickt und hier und da kann auch ein schön gepushter Ausschnitt oder schöne Beine in halterlosen Strümpfen zu bestaunen .

Die Darstellung der einzelnen Charaktere ist für so eine Art Film ganz ok – aber gut, einen Oscar wird jetzt keiner der Darsteller für seine Rolle bekommen. Emiliy Browning, die Baby Doll verkörpert, spielt dabei sehr glaubhaft, schaut sie doch immer recht gequält aus. Die kurzhaarige Jena Malone als Rocket kommt ganz gut in ihrer Rolle des „ich kann alles“ – „geht dann aber doch schief“ – Mädchens rüber. Vanessa Hudgens als Blondie kann, denke ich, schon ein bißchen mehr, als nur Beiwerk zu sein. Jamie Chung in der Rolle als Amber kommt auch ein klein wenig zu kurz, hatte ich sie doch im Vorfeld als meine Favoritin der fünf Girls auserkoren. Womit wir also zum letzen Girl, Abbie Cornish als Sweet Pea kommen: Die fand ich klasse! Ich fand die toll! Also vielleicht nicht als Schauspielerin aber die mochte, von daher hat sie meine Favoritin im Vorfeld abgelöst. Abbie: Thumbs up, ich bin jetzt Fan von Dir!
Das die Girls von echten Marines (oder Navy Seals?) trainiert wurden, sieht man in den Action-Szenen sofort: Die Art wie sie die Waffen halten, wie Räume gesichert und wie Massen von Gegner bearbeitet werden, das haben wir so schon in jeder Menge Werbefilme für die entsprechenden Truppengattungen gesehen.

Die Musik wird wie in so ziemlich jedem Zack Snyder Film von Tyler Bates geliefert, Songs sind jede Menge Remixe bekannter Titel.
Über die Regiearbeit läßt sich nichts negatives berichten. Sicher, objektive Kollegen werden das ein oder andere auszusetzen haben, ich bin aber subjektiver Fan von Zack’s Machart. Vor allem das dieser Film und die Story wirklich aus seinem Kopf stammen, nicht aus einem Comic oder Game, das fand ich genial. Ich frag mich nach sowas ja immer: Wie/ wer kommt auf solche Ideen???

Mannster sagt: UNSERE EMPFEHLUNG! Los, Marsch, auf geht’s, Karten kaufen gehen und gut 90 Minuten genießen!

Sucker Punch gibt es ab heute, 31.03.2011 in deutschen Kinos. Auch wenn ca. 18 Minuten für eine 16er Freigabe im Kino fehlen, der Besuch lohnt sich aufgrund der fetten Bilder, der abgedrehten Story und dem Stil! Freut Euch auf die Home-Kino-Auswertung, dort sollen die 18 Minuten enthalten sein.

Fotocredit: WarnerBros


2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.