Kurz vorgestellt: Wuxia Film

So, heute mal ein Genre, was ich für mich selber gefunden habe. Also kein Dad, kein Kollege ist diesmal schuld. Ich will Euch was über „Wuxia“-Filme erzählen..

Wuxia ist dabei ein echt breites Thema in der chinesischen Volkskultur, sowohl in Romanen wie auch in Filmen. Laut Alleswisser Wikipedia handelt Wuxia von der „ritterlichen Kampfkunst“, beschreibt im Film, wie im Roman von chinesischen Schwertkämpfern, Schlachten, Soldaten- und Reiterkämpfen, die überwiegend an historischen oder auch pseudohistorischen Schauplätzen spielen.

Hauptmerkmal in diesen Wuxia-Filmen sind die quasi übermenschlichen Kräfte der Protagonisten. Hier wird Magie und die Kraft der Geisterwelt mit der Realität vermischt und bei Kämpfen häufig physikalische Grenzen überwunden: schwerelos gleiten die Fighter durch die Lüfte, überwinden haushohe Mauern mit einem Sprung, laufen auf dem Wasser etc.

Diese Filme sind sehr fantasievoll, mit Liebe zum Detail gemacht – leider, aufgrund früher, schlechter Synchronisationen manchmal unfreiwillig komisch.

Die ersten Wuxia-Filme entstanden in den 1920er Jahren in Hong Kong und Taiwan, seit einiger Zeit aber auch aus der Volksrepublik China.

Das goldene Zeitalter begann in den 60er/ 70er Jahren. Großer „Macher“ des Wuxia-Films war das Produktionsstudio „Shaw Brothers. Die Reihe um die Shaolin Brothers ist hier legendär. Außerdem war das Studio der Wegbereiter der „Wirework“-Produktion. D.h. die Darsteller wurden an Drahtseilen aufgehängt, so dass noch spektakulärere Stunts möglich waren. Ein großartiger Regisseur war King Hu, einer seiner bekanntesten Filme ist hier „Touch of Zen“ der 1971 auch auf dem Filmfestival in Cannes präsentiert wurde.

Die so genannte „New Wave“ des Genres kam in den 80er Jahren, brachte neben Tsui Hark als Regiesseur seines Meisterwerks „A Chinese Ghost Story“ auch jede Menge Stars mit, die zum Teil sogar heute noch aktiv sind und über asiatische Grenzen hinaus bekannt geworden sind. Hier sind Jet Li, Maggie Cheung und Michelle Yeoh hervorzuheben.

Seit Ende der 90er Jahre gilt die „Nachklassische Periode“. Mit dem Film „Tiger and Dragon“ von Ang Lee wurde der Wuxia-Film erstmals weltweit etabliert und dem westlichen Publikum näher gebracht. Nach wie vor ist hier Tsui Hark sehr aktiv. Nach dem Kassenerfolg von Tiger and Dragon kommen sehr viele Großproduktionen in die westlichen Kinos: Hero (von Zhang Yimou), Kung Fu Hustle, Wu Ji, Der Fluch der goldenen Blume, House of Flying Daggers um nur einige zu nennen. Filme neueren Datums spielen sehr oft mit Symbolik der Farben, sind also sehr bildgewaltig inszeniert. Eine Empfehlung ist hier durchaus das Schlachtenepos „Red Cliff“ von John Woo.

Zum Glück blühen die Wuxia-Produktionen in den letzten Jahre wieder mehr auf und die deutsche Bearbeitung fällt mittlerweile besser aus. Es gibt ein Label, die sich auf solche asiatische Perlen spezialisiert hat: Splendid Film. Die DVD und BluRays sind auf hohem Qualitätsniveau. Aber auch das Kölner Label Rapid Eye Movies hat jede Menge Asia-Filme im Repertoire.

Mittlerweile sind viele westliche Filme von Wuxia-Filme inspiriert. Matrix“ ist hier eins der bekanntesten Beispiele.

Kleine Anekdote am Rand: Aufgrund der außergewöhnlichen Fähigkeiten der Charaktere hielten viele Chinesen „Star Wars“ Ende der 70er Jahre für einen westlichen Wuxia-Film. Auch dieser Umstand erklärt den absoluten Erfolg des Filmes auch in asiatischen Gefilden.

Wuxia-Filme sind allerdings nicht zu verwechseln mit Wushu-Filmen.

In letztgenanntem Genre steht die wirkliche Kampfkunst im Vordergrund. Hauptaugenmerk liegt hier auf der authentischen Wiedergabe des traditionellen Wing Chun und anderen chinesischen Kampftechniken.

Heutzutage passiert es auch häufig das die Grenzen zwischen Wuxia- und Wushu-Filmen miteinander verschmelzen. Absolutes filmischen Highlight der letzten Jahre ist hier – für mich – IP Man. Hier geht es um die Geschichte von Yip Man, einem bekannten Wing Chun Lehrer, der u.a. Bruce Lee Unterricht gegeben hat.

Dargestellt wird IP Man im Film von Donnie Yen, der dieser Rolle mehr als gerecht wird. Sehenswert – Hier eine der Kampfszenen aus dem ersten Teil.

Viel Spaß damit.

Fotocredits: Imageshack, AsiaForum, IMDB, Splendid

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3 Kommentare

  • Ich erinnere mich noch einen Film aus meiner späten Kindheit „Das Schwert“, das war einwirklich cooler Streifen. Da flogen die Kämpfer 50m horizontal über den Boden 😮 da gibt es bestimmtnoch mehr interessante Streifen, ich werde mitkam wieder welche ansehen. Danke, Frank.

  • Pingback: Dark Stone – Reign of Assassins | Mannster.de

  • Mario

    Das ist sehr peinlich, wenn mit geschwollener Brust, von einer persönlichen Vorliebe erzählt wird, man aber gar keine Ahnung davon hat. Red Cliff ist kein Wuxia. Diese Webseite ist demnach große Zeitverschwendung.

    Wie schon am Anfang erwähnt, besser Wikipedia lesen, hat man mehr davon.

    Beste Grüße,
    Mario

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