Film-Tipp zum Nikolaus: Saint

Morgen ist Nikolaus-Tag. Und Ihr könnt von Glück reden, dass wir keine Vollmondnacht haben! Wir können das bestätigen, wir haben es gesehen!
Das Grauen trägt einen langen roten Umhang und einen Rauschebart, ist also nicht Superman, sondern der Nikolaus himself!

Mit dankbarer Unterstützung von der Promotion-Werft, Frau Lehman, durften wir vor VÖ einen Blick auf Dick Maas‘ neuestes Filmwerk „Saint“ werfen. Leider hat es unser Eindruck nicht mehr rechtzeitig zur VÖ am 25.11.2011 geschafft, sind uns aber sicher, mit dem Nikolaus-Tag eine gute Verbindung zu schaffen.

Der Nikolaus ist hier ein fieser, grimmiger alter Kauz, der mit seinen ebenso fiesen Schergen mordend und brandschanzend durch die Dörfer im Jahr 1492 zieht. Aber damit nicht genug: die miesen Kerle rauben den Familien auch noch die Kinder und entführen diese auf ihr Schiff – ich will jetzt mal nicht wissen was da so abgeht.
Die Dorfbewohner eines Dorfes lassen sich das allerdings nicht mehr so einfach gefallen. Sie machen sich auf den Weg, verfolgen den Miesepeter und zünden ihn dann mitsamt Mannschaft und Schiff an. Schreiend verbrennt der Kerl …
Ab ins Jahr 1968: ein kleiner Bauernsohn entkommt mehr oder weniger zufällig einem grausigen Überfall auf dem heimischen Hofe. Seine Eltern wurden auf übelste Art und Weise abgeschlachtet und die Geschwister geraubt. Der Nikolaus ist aus dem Reich der Toten zurückgekehrt und treibt in jeder Nikolausnacht mit Vollmond sein Unwesen. Glücklicherweise kommt diese Vollmondnacht nur ca. alle 36 Jahre vor …
Doch just im Jahre 2010 ist es wieder soweit: Die Vollmondnacht zum Nikolaustag und der Nikolaus kommt zurück.

Liest sich gut, oder?
Fand ich auch, gerade auch nachdem wir dem Trailer das interne Prädikat „Wird-Ne-Partygranate“ verliehen hatten – die komplette Mannster-Redaktion wollte sich diesen Spass nicht entgehen lassen. Unser Rezensionsexemplar trudelte ein und sofort haben wir uns das gute Stück Film reingezogen. Mit seinen knapp 88 Minuten ist der Film ja auch nicht so megalang.

Was uns erwartet hat war ein niederländischer Teenie-Horrorfilm der Marke „Zehn kleine Negerlein“. Die Charaktere sind dabei jederzeit austauschbar und ohne nennenswerten Wiedererkennungswert. Die Story ist vom Grunde her ganz okay, wollte ich doch schon immer mal wieder einen fiesen Nikolaus sehen. Warum der greise Kerl allerdings mal wieder kleine Kinder entführen muss, ist und bleibt mir ein Rätsel …
Was ich persönlich auch ganz cool fand ist die Vermischung alter Horrorfilmelemente; das Grauen kommt im Nebel, fiese Untotenschergen und jede Menge Splatter. Der Film ist freigegeben ab 16 Jahren, obwohl das Blut in hohen Fontänen spritzt. Und damit meine ich wirklich; es spritzt. Wahrscheinlich haben die Kollegen der FSK wegen der cartoonhaften Darstellung der Gewalt keine höhere Altersfreigabe bestimmt.

Kommen wir zu den negativen Punkten:

Der Film wirkt wie eine TV-Produktion. Gut, das haben Low-Budget Produktionen so an sich. Dennoch hatte ich z.Bsp. beim Genrevetter „Dead Snow“ ein besseres Filmgefühl, als bei diesen „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“-Bildern. Die Geschichte zwischen den gut gemachten „Kills“ von Nickylaus, ist laaaaangweilig erzählt und leider Gottes, auch dargestellt. Für einen Partyfilm agieren die Darsteller einfach viel zu ernsthaft. Leider kommt die Ernsthaftigkeit nicht wirklich an, dafür ist der Film an sich wieder zu unernst. Ein Teufelkreis in dem uns Dick Maas knappe 90 Minuten gefangen hält.

Who the fuck is Dick Maas?
Der Filmkenner kennt und liebt ihn für seine Kulthits „Fahrstuhl des Grauens“ (1983), „Verfluchtes Amsterdam“ (1988) oder der Trilogie rund um „Familie Flodder“ Ja, solche Perlen hat uns der Regiesseur geliefert – leider mit „Saint“ nicht. Allerdings bleibt er seinem persönlichen Lieblingsschauspieler und Freund „Huub Stapel“ treu, spielt dieser doch den fiesen Nikolaus.

Lange Rede, kurzer Sinn:
„Saint“ ist ein Film, der die Lager spalten wird. Viele halten ihn jetzt schon für einen Kultfilm, sehen viele doch die Parallelen zu John Carpenters „The Fog“ und die guten alten Gruselfilme. Ich sehe leider nur einen gut produzierten TV-Film (der er aber nicht ist!!!), mit extrem guten Splattereffekten, einem gelungenen Score aber mit schlechter Darstellung der Figuren, langweiligem Story-telling und relativ unspektakulären CGI-Effekten.

Die uns vorliegende Blu-Ray überzeugt mit einem klaren Bild und schön abgestimmten Soundgewand. Wahlweise in Deutsch, Französisch oder Niederländisch. Letzteres ist echt mal cool und macht Spaß. Neben einigen Trailern gibt es noch ein passendes Making Of. Dieses läßt den Film wieder in einem ganz anderen Licht stehen. Sobald man sieht/ merkt, wieviel Arbeit in so einem Film steckt und wieviel Spaß alle Beteiligten haben, ist ein schlechter Film fast wieder vergeben. Für die maue Ausstattung wird zum Glück auch nur ein geringer Startkaufpreis von ca. 13 € für die Blu-Ray fällig.

Wenn ihr „Saint“ bei Gelegenheit in die Finger bekommt, greift mal zu aber vergesst das Six-Pack nicht. Uneingeschränkt empfehlen, geschweige denn für einen Blindkauf, kann ich den Film leider nicht.


Fotocredits: WVG Medien/Entertainment One UK

 


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