Hands on: PS Vita von Sony

Ich habe eine neue Mitbewohnerin – also eigentlich zwei, aber nur eine davon ist wirklich der Rede wert:

Pünktlich zum deutschen Release-Tag, dem 22.02.2012 kam meine deutsche PS Vita bei mir an.

Dank umfangreichem Vorbestell-Paket beim allseits beliebten Versandhändler mit dem „a“, gab es noch ein supergünstiges Ridge Racer, einen 8 Gig-MemoryStick und ein Travel-Pack obendrauf. Leider lag meiner Lieferung nur die Konsole und der MemStick bei, so dass ich die Konsole erstmal auch an die Seite gepackt haben. Meine Kollegen können mich dafür einfach nicht verstehen …

Aber Freitag war es dann endlich soweit: Ridge Race für die PS Vita wurde angeliefert.

Nachdem ich bereits Ende Dezember/ Anfang Januar endlich vom Kollegen, der bereits eine japanische Vita sein eigen nennt, überzeugt werden konnte, habe ich also eine PreOrder für das WiFi-Model abgeschossen. Reicht vollkommen für meine Zwecke aus.

Zur PreOrder gehörte erstmal nur eine Konsole und ein s.g. Pre-Order Package. Letztgenanntes sollte knapp 30 € kosten, die dann allerdings bei Abnahme der Konsole im Februar verrechnet würden. Package also quasi umsonst, was erhält man dafür?

Einen formschönen (aber einfachen) metallicblauen In-Ear Kopfhörer von Sony, diverse Items für Sonys hauseigenen Sociallife-Service „Home“ auf der PS3 und einen 5€ Bonus beim Download-Kauf eines PS Vita Spiels. Name hab ich vergessen, interessierte mich nicht.

Auf jeden Fall war diese Pre-Order Box nur ein/ zwei Tage nach der Bestellung bei mir. Juhuu … zu dem Zeitpunkt aber noch so lange hin bis zum Vita-Start in Deutschland. Und dieser verdammte Kollege zeigt mir doch wirklich in der Zwischenzeit Wipe Out und Uncharted für das gute Stück. Argh!

Je näher die VÖ rückt, desto bessere Pre-Order Packete gibt es bei dem großen Versandhändler.

Als dann auch noch der 8 Gig Memory Stick für umsonst beiliegen soll (Preis knapp 40 €), „platzt“ mir der Kragen und ich schreib eine saftige Mail von wegen „Bestrafung der Vorbesteller, die sehr früh dran sind und so“. Innerhalb einiger Stunden kriege ich eine Mail mit detailierter Anleitung wie ich umsonst an diesen Stick komme und ausserdem noch ein zusätzliches Game zum günstigen Preis abstauben kann. Die Games flashen mich aber nicht wirklich, fehlen doch hier die Systemseller wie Wipe Out, Ridge Racer, geschweige denn Uncharted. Nun, muss ich wohl durch, danach das ungeliebte Game meistbietend verkaufen und dann einen richtigen Titel kaufen.

Was soll ich Euch sagen? Einige Tage später findet sich plötzlich das gewollte, begehrte Wipe Out in der Game-Auswahl.

Argh – wieder ne Mail. Nach kurzem Hin und Her habe ich sogar die Möglichkeit Ridge Racer noch günstiger abzustauben. Dank eines mittlerweile erworbenen 20€ Gutscheins kann ich mir sogar noch ein s.g. Travel Pack zur Konsole bestellen.

Kurzer Überblick:

PreOrder Box mit Kopfhörer und PreOrder Bonus
PS Vita WiFi-Version
8 Gig Memory Stick
Ridge Racer
Travel-Pack inklusive: Tasche, Case für Game-Cards, Abdeckfolie, Putztuch, Trageschlaufe, KFZ-Auflademöglichkeit

Dank meiner Mailings und diverser Gutscheine für insgesamt 20 € mehr, als wenn ich nur die Wi-Fi Konsole für 249 € im Laden gekauft hätte.

Mir blutet das Herz, die Trennung von einigen Filmen und alte Games müssen das irgendwie finanzieren aber dann hab ich dieses Ding wenigstens. Was solls …

Nun gut, VÖ war am Mittwoch, 22. Februar 2012, der (oder das???) neue Handheld von Sony und meine gesamten PreOrder Artikel liegen mir vor. Was ein Fest!

Freitag, pünktlich zum Wochenausklang, fasse ich meine neue Mitbewohnerin an und teste mal aus, was sie so alles kann. Zuerst suchen wir mal nach der Klappe für den Memory Stick und führen ihn korrekt in das Gerät ein. Ganz schön klein so ein Mini-Memory Stick. Nun das Ladekabel in unser neues Baby gesteckt und „ON“ gedrückt. Was sofort auffällt, sind die Buttons im 1Phone4 Design für ON/ OFF und Lautstärke + und – ….Schick, schick, schick.

Dann geht es los … zuerst das übliche erste Set-Up: Datum, Zeit, Ort … PSN User … Hmmmm … lass mich überlegen: Ein User-Account pro Vita bzw. pro Memory Stick. Da ich meistens eh mit meinem US-PSN-Account unterwegs bin, nehmen wir einfach den. Gut, erledigt, Netzwerk @home funktioniert. Mal schauen: vielleicht gibt es irgendwann einen weiteren Stick und dort wird einfach mein deutscher PSN-Account angelegt.

Was nach dem Set-Up folgt ist ein kurzes selbstlaufendes Intro-Filmchen über Funktionen der Konsole. Bin ich von der X-Box 360 gewöhnt – auf einer Sony-Konsole ist sowas, meiner Erinnerung nach, neu.

Endlich kommt der „Start“-Screen der PS-Vita.

Natürlich kann ich dank des hochauflösenden OLED-Touchscreen alle Icons richtig anfassen. Das leichte Auf- und Ab-Hüpfen der Logos macht einen lebendigen Eindruck. Da vermisse ich auch das Sony-typische CrossMediaBar nicht mehr wirklich. Dabei hatte ich mich gerade daran mittlerweile gewöhnt.

Klicke ich mich also mal durch. Neben den diversen Set-Up Punkten, kann ich meine Trophy-Sammlung auf die Vita synchronisieren. Hier kann ich dann sogar sortieren, ob ich nur die PS3, die Vita oder alle Trophies anzeigen lassen will. Mich interessieren Trophies nicht die Bohne … aber gut, wer das braucht ist hier gut aufgehoben. Nach wie vor lassen sich bei Sony keinerlei Trophy-Einträge löschen. Selbst wenn man keinerlei Trophies im Game freigespielt hat.

Was läuft bei Near? Hmmm … nix, nur meine Einträge zu sehen.

Party? Hmmm … keiner aus meiner PS3 Freundesliste am Start.

Ui … ein Foto-Icon?! Kann man mit dem guten Stück denn jetzt auch Fotos machen? Schliesslich hat die Vita zwei eingebaute Kameras. Eine vorne, zum Gamer hin, eine auf der Rückseit. Direkt mal ausprobieren – Ja, funktioniert. Direkt mal wieder löschen. Sony behauptet übrigens, dass Vita keine Digitalkamera ersetzen soll. Die beiden Kameras sollen zukünftige Games, vor allem die Augmented Reality Games unterstützen. Dafür habe ich übrigens auch einen Kartensatz in meinem PS Vita Karton gehabt.

Wißt Ihr was? Die restlichen Icons spar ich mir einfach – ich will JETZT Ridge Racer für die Vita sehen!

Erstmal einlegen. Ich öffne einfach die Klappe mit „PS Vita“-Schriftzug und stecke die kleine Game-Card in den Slot. Es dauert ein paar Sekunden und ein Ridge Racer Logo erscheint in meiner Icon-Liste. „Start“!!!

Nun dauert es eine gefühlte Ewigkeit. Will sagen: die Ladezeiten sind echt mal wieder lang geworden. Aber siehe da, schon folgt der Rigde Racer typische Soundtrack und ich will loslegen.

Pustekuchen! Keine Time-Race, Single Race oder ähnliches wartet auf meine Auswahl. Ich muss mich erst für ein Team entscheiden, diverse kurze Set-Ups vornehmen und endlich darf ich ein Auto auswählen. Nehmen wir was ausgewogenes, Ridge Racer ist schließlich schon ne ganze Weile her.

Es geht los: die Kamera schwebt die Strecke ab, der Sprecher pusht mich hoch, meine Auto steht als letztes an der Startlinie und der Countdown zählt, 3, 2, 1 – ich geb Gas!

Yeeeehaw! Ridge Racer is back – sofort fühle ich mich heimisch. Nicht zuletzt wegen der mir bekannten Strecke. Ich meine, erstmalig sah ich die im Ridge Racer für die X-Box 360.

Trotzdem muss ich mich wieder an das Fahrgefühl gewöhnen. Aber die Grafik ist flüssig und sau-sau-geil – annähernd so gut wie auf den großen Heimkonsolen! Diverse Magazine haben ja Grafikvergleiche hergestellt. Was die Vita leistet sieht wirklich aus wie auf großen Konsolen. Erst wenn man die Bilder auf den Rechner zieht und jeweils „hochzieht“, sieht man die Detailunterschiede.

Das Rennen läuft und die Nitro-Tanks füllen sich dank meines „Könnens“, so gut wie gar nicht. Als letzter Platz komme ich dann endlich im Ziel an – egal! Nochmal!

So geht das eine ganze Weile … RR macht mir wieder Spaß und besser werde ich auch!

Da Erfolgserlebnisse trotzdem irgendwie ausbleiben, beende ich das Game an dieser Stelle und will mich mal im PSN Vita-Store umschauen. Was gibt es an Demos (in den USA), welche Games werden gefeatured und was kann ich downloaden?

Also eingeloggt und umgeschaut. Über den Zugang der Vita lande ich auch nur im Vita-Store des PSN. Auf der großen Konsole PS3 kann ich ja mehr oder weniger runterladen was ich will: PS3 Software, PSP, PS-V, Minis etc. – hier jetzt rein Contents für die Vita. Ist aber auch eigentlich egal. Mehr brauche ich darauf ja auch nicht.

Extrem gepusht wird hier natürlich der System-Seller „Uncharted – The Golden Abyss“, Banner hier, Banner dort. Selbstverständlich zieh ich mir die Demo. Dicht gefolgt von der Demo zu Wipe Out und zu Unit 13 … beides interessante Titel aber noch nicht geschafft reinzuschauen.

Weiter gesucht – OH! Drei Augmented Reality Games umsonst! Also nicht nur Demos, vollwertige Games!

Mein erster Download ist hier Table Soccer … muss ich gestehen; habe ich noch gar nicht reingeschaut.

Als zweites wird mal Cliff Diver runtergeladen. Männers; das ist ein geiler Titel!

Ihr müsst Euch das so vorstellen:
Ihr legt eine der mitgelieferten AR-Cards vor Euch auf den Tisch und haltet die Vita Kamera drauf. Die Karte wird erfasst und nach wenigen Sekunden bildet sich im Screen eine große Pfütze auf der Karte. Sobald „der See“ fertig ist erscheint am Rand eine Hütte auf Stelzen mit einem Sprungbrett. Kurz darauf erscheint so ein Surfer-Typ mit lässigem Haarschnitt. Nach kurzem Posing läuft der Typ also los und ihr müsst im richtigen Moment einen bestimmten Punkt auf dem Sprungbrett berühren und festhalten. Es erscheint ein Bogen, der Euch die Sprungweite anzeigt. Je länger ihr gedrückt haltet, desto weiter springt der Typ. Springt ihr zu weit, tut sich der Typ verdammt weh. Für richtig gute Sprünge gibt es Punkte und man schaltet weitere Sprungtürme etc. frei. Richtig witzig, da man das Ganze schön auf dem Schreibtisch, zwischen Tastatur und Maus stattfinden lassen kann. Die Grafik ist hier im Cartoonstil gehalten.

Ein schöner entspannter Chill-Outer folgt als dritter Titel: Fireworks.
Wieder legt Ihr eine AR-Card auf den Tisch. Nach kurzer Ladezeit erscheint ein kleines Häuschen mit Garten auf Eurem Display. Es folgt ein kleiner Countdown und schon starten kleine Feuerwerksraketen über dem Haus auf. Im richtigen Moment, wird durch ein kleines Zielkreuz angezeigt, tippt Ihr auf die Rakete damit diese explodiert. Je länger Ihr wartet mit „Antippen“ (das Zielkreuz wird kleiner) desto effektvoller explodiert die Rakete. Natürlich gibt es dementsprechend bessere Punkte, die neue Raketen, Häuschen etc. freischalten. Wunderschön entspannend …

Ihr müsst Euch das Ganze einfach mal live anschauen! Absolut schwierig in Worte zu fassen.

Mein Fazit nach diesem ersten Mal:
Als Core-Gamer bin ich total begeistert von Sonys neuem Handheld. Die Grafik ist extrem schick, das Handling passt verdammt gut, die Konsole liegt wunderbar in der Hand und vereint neue Steuerelemente im Handheld-Bereich (Touchscreen, Kameras) mit der traditionellen Spielweise von Gaming-Handhelds. Für Gelegenheitszocker bietet sich selbstverständlich weiterhin jedes verfügbare Smartphone an. Die Games sind für „eine Nummer zwischendurch“ vollkommen ausreichen.
Aber jeder Gamer, der die Qualität von stationären Konsolen will, sollte die PS Vita im Auge behalten. Sicherlich werden auch Software-Gurken kommen aber bei diesen Top-Titeln, die bereits im Start-Line-Up enthalten sind (Ridge Racer, Wipe Out, Uncharted!) kann sich der Gamer auf gehobene mobile Unterhaltung freuen. Wenn Sony nun wirklich noch Cross-Gaming in solchen AA-Titeln einbindet, ist das der absolute Oberhammer.
Ich bereue meine Anschaffung auf gar keinen Fall und halte nach den ersten Angeboten Ausschau: Wipe Out und selbstverständlich Uncharted wollen unbedingt auch bei mir einziehen. Aber zuerst will ich noch Uncharted 3 auf der großen PS3 beenden!

Fotocredits: Stef@mannster.de

 


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