Das Ding aus einer anderen Welt – Carpenters Ding

Wir schreiben den 23. September 2009:

John Carpenters Sci-Fi Horrorklassiker „Das Ding aus einer anderen Welt“ wird von der FSK neu geprüft und in ungeschnittener Version mit einer Altersfreigabe „ab 16 Jahren“ freigegeben. Nachdem der Film in dieser Form im Jahr 1984 mit einer Freigabe „ab 18 Jahren“ versehen und danach umgehend indiziert wurde, ist dies ein historischer Tag in der Geschichte dieses Films: endlich uncut, offiziell und das sogar noch in jedem gut sortierten Kaufhandel in Deutschland erhältlich!

http://youtu.be/guqrkbAN_Y0

Dieser Film ist ein Fest und für jeden Sci-Fi/ Monster Fan ein MUSS!

Wie im Original aus dem Jahre 1951 (siehe hier), geht es auch in diesem Film um amerikanische Wissenschaftler in einer abgelegenen Forschungsstation in der Arktis, die sich plötzlich mit einer ausserirdischen Lebensform konfrontiert sehen. Wo im Jahr 51 noch Reporter im Cashmere-Mänteln in der Arktis rumliefen, fällt dieser Film doch ein wenig realistischer aus was Ausstattung und Verhalten der Charaktere betrifft.

In einer abgelegenen amerikanischen Forschungseinrichtung in der Arktis herrscht gähnende Langeweile. Jeder geht seiner gewohnten Arbeit nach, keinerlei Abwechslung durchbricht die öde Tristes. Das alles ändert sich schlagartig als sich ein Hubschrauber nährt. Es hat den Anschein das die Piloten hier Jagd auf einen harmlosen Schlittenhund machen. Verängstigt sucht das Tier Schutz bei den Amerikanern. Doch die hysterischen Norweger an Bord des Hubschraubers sind alles andere als zurückhaltend. Weiter versuchen sie das verängstigte Tier zu töten, schießen wild um sich und sprengen versehentlich auch noch ihren eigenen Hubschrauber. Der andere verletzt versehentlich einen der amerikanischen Forscher und wird daraufhin in Notwehr erschossen.
Der verängstige Hund wird aufgenommen und den benachbarten Norwegern ein Besuch abgestattet. Dort muss man leider erkennen, dass die Station vollständig zerstört ist und es keine Überlebenden gibt. Stattdessen finden die Forscher einen deformierten und verbrannten Körper, den sie zur Untersuchung in die eigene Station mitnehmen … doch das Grauen ist bereits unter ihnen.

Entgegen dem Ding der 50er Jahre kommt Carpenters Ding nicht als menschenähnlich her. Dieses Ding kann sich in jede Kreatur verwandeln, mit der es irgendwie in Körperkontakt geraten ist. Und damit ist Carpenters Ding näher an der Romanvorlage. Auch hier kann das Ding jede Form annehmen.

Die beklemmende Atmosphäre des Films liegt darin, dass jeder „Das Ding“ sein kann … jederzeit. Auf dem engen Raum der Forschungseinrichtung absolut beängstigend.
Carpenter setzte mit diesem Film neue Maßstäbe in Gore und Splatter-Effekten im Sci-Fi Genre. In „Das Ding“ hält die Kamera in extremen Szenen voll drauf. Da werden Gedärme fein säuberlich sortiert, das Blut spritzt in hohen Fontänen, Hundekörper werden zerfetzt und menschenähnliche Wesen in Brand gesetzt. Aber sollte das wirklich die Begründung für die jahrelange Indizierung sein? Gerade erwachsene Zuschauer sollten hier in der Lage sein zwischen Tricktechnik und Wirklichkeit zu unterscheiden. Sicher setzte Carpenter neueste Trick- und Puppettechnik für seinen Film ein, dennoch war immer klar und deutlich zu erkennen, dass es sich um künstlich-geschaffene Körper handelt. Ein Umstand der heute wohl zur Freigabe von „ab 16 Jahren“ für die ungeschnittene Version geführt hat.
Held des Films ist der Hubschrauberpilot MacReady, dargestellt von dem charismatischen Kurt Russell. Bereits in „Die Klapperschlange“ haben Carpenter und er zusammen gearbeitet. Eine sehr gute Wahl. Russell liegen die starken Einzelkämpferrollen und auch hier kann er durchaus überzeugen. Bis zum Schluss liefert er sich mit dem Ding ein Katz und Maus Spiel.
Trotz der guten Besetzung floppte Carpenters Film dennoch an den Kinokassen. Warum? Die harten Splatterelemente waren einfach nicht gefragt in diesem Gerne, hinzu kommt die Tatsache, dass kurze Zeit später Spielbergs E.T. in den Kinos anlief. Dieser Ausserirdische entsprach mehr dem damaligen Zeitgeist und durch seine Freigabe, zog er ganze Familien ins Kino.
Dennoch hat sich Carpenters Ding im Laufe der Jahre zu einem Genreklassiker gemausert, wird von den Fans geliebt und dient vielen kreativen Film- und vor allem Game-schaffenden als Vorlage für ihre Monster (siehe z.Bsp. Dead Space).

Ich habe diesen Film erstmalig unerlaubter Weise irgendwann Ende der 80er Jahre angeschaut. Damals noch als VHS-Kassette mit ganz schlechter Bildqualität. Junge, was war das ein ekliger Film. Und fies. Und spannend. Hab ich damals Ärger gekriegt weil ich nachts nicht schlafen konnte!

Irgendwann in den 90er Jahren habe ich mir dann die VHS von „The Thing“ in UK besorgt. OK – die Bildqualität war um einiges besser, der Film allerdings noch immer blutig, spannend und ungeheuer bedrohlich.

Da das gute Stück in Deutschland nach wie vor auf dem Index stand, leistete ich mich im DVD-Zeitalter die passende UK-DVD. Der Sci-Fi Schocker in 1A Bildqualität und selbstredend uncut. Dennoch fühlte man sich in Deutschland immer mal wieder wie ein Verbrecher, nur weil man diesen Film besaß und auch noch gut findet.

Mittlerweile ist diese Perle endlich von der Indizierung befreit und wie bereits mehrfach erwähnt, in der ungeschnittenen Fassung ab 16 Jahren freigegeben.
Gut, auch darüber läßt sich streiten: wenn ich mich im Bekanntenkreis umsehe, würde ich diesen Film einigen 16 jährigen nach wie vor nicht zeigen. Wenn ich allerdings die abgeklärten 13 jährigen aus meiner Nachbarschaft anschaue; die wird der Film wahrscheinlich nicht hinterm Ofen vorlocken.
Wie dem auch sei, ich war auch nicht volljährigen, als ich den Film das erste Mal gesehen habe. Selber schuld, tagelang nachts nicht schlafen können und trotzdem was draus geworden.

Die mir eigene BluRay ist das offizielle deutsche VÖ. Hier dampfen die Gedärme in glasklaren Bildern, da besticht der Ton in räumlichen Dimensionen.
Als Extras gibt es unter anderem diverse Outtakes, ein Making of, ein Special zum „Blair“-Monster etc. Alles sehr informativ und ein Muss für jeden Fan.

So muss dieser Schocker angeschaut werden: Nachts im Dunkel, Fenster weit auf – damit die Kälte gespürt wird und die 5.1 Anlage auf Anschlag drehen. Bei der Soundkulisse haben auch die Nachbarn was davon.

Aber beeilt Euch! Das lang erwartete Prequel hat sich zur baldigen Homekino-Auswertung angekündigt!

Fotocredits: Universal

 


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