NEU auf BluRay und DVD: LET ME IN

Heute erscheint ein neuer, lohnenswerter Vampirfilm auf BluRay und DVD.

LET ME IN

Da der Film eine Vorgeschichte hat, wollen wir Euch diese natürlich nicht vorenthalten.

Im Jahr 2004 wurde in Schweden ein Roman mit dem Titel Låt den rätte komma in  (in dt. ungefähr „Lass den Richtigen hinein“) veröffentlicht. Der Roman stammt aus der Feder von John Ajvide Lindqvist. Seine Geschichte spielt Anfang 1980 in Stockholm und handelt vom 12jährigen Oskar. Seine Eltern leben in Scheidung und in der Schule wir er von Mitschülern regelmässig gehänselt.
Als eines Nachts im Nachbarhaus die gleichaltrige Eli mit „ihrem Vater“ Hakan einziehen, ahnt Oskar noch nichts von ihrem dunklen Geheimnis.
Die deutsche Ausgabe des Buches erschien im Jahr 2007. Ausserdem war der Roman mehrere Monate in den Bestsellerlisten von Stern und Spiegel vertreten.

2008 wird der Roman von Thomas Alfredson unter dem Originaltitel verfilmt.
Als Setting dient eine Wohnsiedlung im winterlichen Blackeberg (Stockhom). Hier lebt der 12jährige hellhäutige Oskar mit seiner Mutter. Da seine Eltern sich scheiden lassen und Oskar von seinen Mitschülern drangsaliert wird, kapselt er sich vollkommen ab. Bis weit nach Sonnenuntergang sitzt er auf dem Spielplatz im Hof der Siedlung und genießt Süssigkeiten, die er mit geklautem Geld von seiner Mutter ergaunert hat. Eines Nachts ziehen die gleichaltrige Eli und der Rentner Hakan ins Nachbarhaus ein.
Bei einem seiner abendlichen Besuche auf dem Hof, trifft Oskar auf die blasse und barfußige Eli. Oskar findet Elis Verhalten sehr seltsam, fühlt sich aber dennoch sofort zu ihr hingezogen und freundet sich mit ihr an. Eli erwidert die Freundschaft nach kurzem Zögern. Schon bald kommunizieren die beiden Kindern durch die Wand via Morsezeichen, während in der Nachbarschaft seltsame Morde geschehen …

Der Film war einer der Überraschungshits des Jahres und brachte neben diversen Festivalpreisen jede Menge positives Kritikerfeedback ein.
Daher wurde direkt Ende 2008 bekannt gegeben, dass Hollywood sich um ein passendes Remake bemüht und den Cloverfield-Regiesseur Matt Reeves wird mit der Umsetzung betraut.
Ein Aufschrei geht durch die Filmgemeinde: hat der Originalfilm sowohl Kritiker und Fans überzeugt, gelten Hollywoods Remakes in Fachkreisen doch eher als seelenlose Geldmaschinen, die für ein breites Publikum gestrickt werden. Häufig geht der Charme des jeweiligen Originals komplett verloren und bringt den wahren Filmfan fast zum weinen.

Im Remake aus dem Jahr 2010, wurde die Handlung natürlich nach Amerika verlegt. Die Story spielt Anfang der 80er Jahre, im verschneiten Los Alamos in New Mexico und handelt nun vom Aussenseiter Owen. Owen wird von seinen Mitschülern drangsaliert und flüchtet sich ebenso in seine eigene Welt mit Süssigkeiten, Rachegedanken und Traurigkeit. Eines Nachts ziehen Abby und ihr großväterlicher Begleiter in die Nachbarwohnung …

Als ich im letzten Jahr eher am Rand mitbekommen habe, dass der Film „Let me in“ in den deutschen Kinos startet, war mir im ersten Moment gar nicht bewusst, um was für einen Film es sich handelt. Dann sah ich den ersten Trailer und ich dachte „Das kennst Du doch! Hat Hollywood es doch getan?!“
Ja, hatten sie. Ich hatte vollkommen aus meinem Kopf gestrichen, dass HW an einem Remake des schwedischen Meisterwerks „So finster die Nacht“ arbeitete.
Aber da konnte der Film ja nichts für – also landete das US-Remake auch auf der Merkliste.

Let me in„, so der Titel des US-Remakes, startete im letztenDezember (2011) in den deutschen Kinos und heute liegt uns die passende DVD vor.

Was kann man an dem Remake eines richtig guten Films, mit guter Idee, Erzählweise, düsteren und bedrückenden Bildern alles falsch machen? Richtig: so ziemlich alles!
Let me in“ macht es daher anders: er macht alles richtig! Denn: die oben aufgeführten Punkte wie Erzählweise, düstere und bedrückende Bilder werden auch im Remake sehr gut eingesetzt.
Ferner legt der Film wert darauf, den unterschwelligen Horror in den Vordergrund zu stellen. Sicher gibt es die ein oder andere Splattereinlage, aber alles dient dem Erzählfluss und wirkt in keiner Einstellung als Mittel zum Zweck! Das düstere Setting der Wohnsiedlung im tiefen Winter, die vorwiegend in der Dämmerung/ Nacht spielende Handlung und allen voran die beiden Darsteller von Owen und Abby machen den Film zu einem sehenswerten Genuss.

Die 15jährige  Chloe Moretz spielt die junge Vampirin in beeindruckend realistischer Art und Weise. Geschickt umgarnt sie ihren Filmpartner, spielt die kindliche Naivität einer 12jährigen und gleichzeitig sagen ihre Augen „ich bin ein Monster“. Habe ich ihre Leistung bereits in KickAss bewundert, so muss ich jetzt sagen: DER WAHNSINN, die Kleine! Also wenn sie nicht die Rolle der Carrie im – TÄTÄTÄ – geplanten Remake bekommt, weiß ich es nicht!
Aber auch Kodi Smit-McPhee spielt die Rolle des Aussenseiters hervorragend! Traurigkeit, Angst und Freude sind bei ihm nicht nur gespielt, sondern werden gelebt.
Beide zusammen ergeben eine neue Art von Coming-Of Age Darstellung, die ich so in noch keinem Hollywood-Schinken bewundern durfte. Gerade die Darstellung dieser jungen ersten Liebe, eingebettet in der Dramatik, dass diese Liebe eigentlich keine Zukunft haben kann, geben dem Film das gewisse Extra und heben ihn von anderen Filmen ganz klar ab.
Im Fokus der Bilder stehen eindeutig die beiden Charaktere und ihre langsam entwickelnde Beziehung zueinander. Der Film selber zeigt Erwachsene nur kurz, um die Geschichte voran zu treiben oder sogar komplett gesichtslos, um nicht von den beiden Hauptcharakteren abzulenken (Stichwort: Owens Mutter – auf gar keinen Fall das Gesicht zeigen, um nicht das Hauptaugenmerk auf Owens Hintergrundgeschichte zu legen).

Wer hier allerdings eine actionlastige Vampirerzählung erwartet, ist hier vollkommen falsch.
Let me in“ ist eine ruhige Erzählung über Aussenseiter, das Erwachsen-werden, die erste Liebe, eingebettet in einen Vampirmythos, der alles miteinander verbindet, was Vampirgeschichten ausmacht: Blut, übermächtige Kräfte, tödliches Sonnenlicht und natürlich die Tatsache, dass man einen Vampir ins Haus bitten muss. Er/ sie darf nicht ohne Aufforderung in die eigenen vier Wände … was passiert wenn er ungebeten über die Schwelle tritt: auch das sehen wir endlich mal in diesem Film!

Die vorliegende DVD macht einen grundsoliden Eindruck. Gerade auf wenn man die Bildqualität einer Blu gewöhnt ist, muss ich doch gestehen, dass das Bild auch hier sehr ausgewogen und scharf wirkt. Sprachausgabe ich wahlweise in deutsch oder englisch 5.1 Dolby Digital. Als zusätzliche Features bekommt der Käufer ein Making Of, Audiokommentare und wirklich sehenswerte, unveröffentlichte Szenen. Aber wie immer gilt: aller erst im Anschluss des 116 minütigen Hauptfilm ansehen. Die Features auf DVD und BluRay sind übrigens identisch. Der Film hat eine FSK 16 Freigabe, diese ist auch vollkommen legitim und in Ordnung.

Ach – einer der wichtigsten Punkte überhaupt!
Der Film erscheint unter der Schirmherrschaft der berühmten „Hammer-Films„!
Der Filmfan freut sich darüber umso mehr. Ist Hammer-Films doch seit den 30er Jahren eines der berüchtigten Film-Labels im Bereich der Horror-Gothic Filme. Zahlreiche Filmklassiker wie diverse Dracula-Filme mit Peter Cushing und Christopher Lee sind hier produziert worden. Im Jahr 79 erschien mit „Tödliche Botschaft“ der letzte Film aus dieser legendären Filmschmiede.
Im Jahr 2007 wird das Produktionsstudio unter der Leitung des niederländischen Produzenten John de Mol mit dem einfachen Namen „Hammer“ wieder reanimiert. „The Resident“ war 2010 der erste Film aus dem Hause „Hammer“ in dem auch Christopher Lee ins Traditionsstudio zurück kehrte.
Aber das nur so am Rande …

Schaut Euch jetzt erstmal „Let me in“ an. Der Film lohnt sich!

Die DVD und BluRay erscheinen heute, am 19.April 2012.

Fotocredits: Universal


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