St.Pauli trauert! Clubs und Kneipen im Jahr 2013 vor dem großen Aus?!


Am 06.09. trug St. Pauli in Hamburg Trauer!

Rund 200 Künstler, Gastwirte, Disco-Besitzer und allen voran unser geliebte Olivia Jones, protestierten am Donnerstagnachmittag gegen die geplante Gebührenerhöhung der GEMA.

Hintergrund ist folgender: die GEMA plant zum Jahr 2013 grundlegende neue Tarife, die auf den ersten Blick zwar eine Entlastung für viele gemeinnützige Feste und kleine Veranstaltungen bringen kann auf den zweiten Blick allerdings jeden Gastronomen und Veranstalter das Genick brechen könnte. Einige Betreiber haben bereits Erhöhungen von 20 auf 40% der Abgaben zu vermelden. Sollte diese neue Tarifstruktur wirklich so umgesetzt werden, kann dies das Aus für viele Betreiber von Wirtschaften, Clubs und Diskotheken bedeuten. Nehmen wir z.Bsp. den 1800m² „Coocoon Club“ in Frankfurt. Laut eigenen Angaben belaufen sich seine Abgaben jährlich auf 19.300 € – nach den neuen Tarifstrukturen der GEMA, würden seine Abgaben mindestens 420.330 € betragen!
Ähnlich geht es dem Bunker-Club „Uebel und Gefährlich“ auf St.Pauli: derzeit belaufen sich seine Abgaben auf ca. 15.000 € an die GEMA, nach den neuen Tarifen würden die Besitzer einen Betrag von 170.000 € im Jahr zahlen müssen!

Sicher: die Abgaben an alle beteiligten Künstler sollen und müssen sein – aber bitte nicht so! Denn schließlich zahlt jeder von uns Konsumenten bereits beim Kauf einer CD entsprechende Gebühren, die vom Kaufpreis abgehen und DIREKT an die GEMA abgeführt werden. Jeder Disco-Besuch ist mit Eintrittsgeldern verbunden, von denen bereits ein Teil an die GEMA abgeführt werden.
Glaubt mir wenn ich schreibe: jede große Plattenfirma hat eine eigene Abteilung, die nichts anderes macht, als saubere GEMA-Anmeldungen, damit jeder Künstler wirklich sein Geld bekommt! Ich hab da gesessen – das ist so und wird auch so in allen Marketingplänen einkalkuliert.

Das sehen die Clubbesitzer, Gastronomen und sogar Künstler in St. Pauli genauso und so hat man sich zusammen gefunden die die Kiezkultur zu Grabe getragen.  Ähnliche Demos gab es auch in Berlin, Frankfurt und München, insgesamt in 11 Städten.

Auch Mannster setzt ein Zeichen und war heute am Kiezgrab, direkt vor der Davidwache auf der Reeperbahn.

RIP, geliebte Kiezkultur     

Wollen wir mal hoffen, dass sich die ganze Diskussion als Mißverständnis entpuppt und die Anzugträger von der GEMA schnellstens wieder von ihren Rössern steigen.

Weitere Infos zum Thema findest Du hier


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